Die geopolitische Lage am Westbalkan erfordert schnelleres Handeln. Kosovo, Bosnien und Serbien brauchen klare Perspektiven für die euroatlantische Integration.
Der Westbalkan ist seit Jahrzehnten eine Region der Instabilität – und das liegt nicht an den Menschen dort, sondern am Versagen der internationalen Gemeinschaft, klare Perspektiven zu bieten.
Kosovo hat trotz aller Widrigkeiten bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Es ist Zeit, dass die verbleibenden EU-Mitgliedstaaten das Land anerkennen und einen klaren Weg zur NATO-Mitgliedschaft ebnen.
Bosnien-Herzegowina leidet unter einem dysfunktionalen politischen System, das durch das Dayton-Abkommen geschaffen wurde. Die internationale Gemeinschaft muss Reformen fordern und unterstützen – nicht den Status quo zementieren.
Serbien steht am Scheideweg. Die Regierung in Belgrad muss sich entscheiden: Will sie Teil der europäischen Familie sein, oder will sie weiterhin mit Moskau flirten? Die EU und NATO sollten klare Anreize für den europäischen Weg bieten.
Die Zeit der strategischen Geduld ist vorbei. Jedes Jahr, in dem wir den Westbalkan ignorieren, ist ein Jahr, in dem andere Akteure – Russland, China – ihren Einfluss ausbauen.